Transfer und Umsetzung

Der Transfer der Vorhabensergebnisse wird durch diverse Maßnahmen unterstützt, wie z.B. die Erarbeitung einer Richtlinie, den Transfer in die Projektbegleitenden Ausschüsse, die Umsetzung in kommerzielle Softwareprogramme sowie die Darstellung der Ergebnisse auf Tagungen und Kongressen.

Richtlinie

Neben der Dokumentation aller Projektarbeiten im Rahmen der Abschlussberichte wird eine Zusammenstellung der Forschungsergebnisse auch in Form einer gemeinsam auszuarbeitenden Richtlinie zur Schweißsimulation erfolgen.

Diese Richtlinie wird eine Beschreibung der verschiedenen entwickelten Methoden, Hinweise zu deren  Anwendbarkeit, Verfügbarkeit und Grenzen, eine Darstellung der gewonnenen Erfahrungen hinsichtlich der Berechnung komplexer Strukturen und eine Beschreibung der Möglichkeiten zu deren Übertragung auf andere Strukturen beinhalten. Wesentlich für die Praxis ist auch eine Darstellung der Erkenntnisse zur Sensibilität der Berechnungsergebnisse im Falle von Verzugsberechnungen an großen Strukturen, da hierdurch signifikant Kosten eingespart werden können.

Dieses Vorgehen ermöglicht eine direktere Verwertung der Ergebnisse in der industriellen Anwendung, als dies allein durch die Abschlussberichte möglich wäre.

Internetpräsentation

Der Transfer der Ergebnisse wird durch eine eigene Webseite im Internet (www.schweisssimulation.de) gefördert.

Projektbegleitende Ausschüsse und Arbeitskreise

Ein wichtiges Element des Ergebnistransfers stellen die Projektbegleitenden Ausschüsse (PBA) der einzelnen Vorhaben dar. Mit den Industrievertretern werden die Resultate regelmäßig diskutiert, wovon vor allem auch die kmU profitieren. Die Treffen der Ausschüsse werden sowohl vorhabensbezogen als auch im Rahmen von gemeinsamen Kolloquien stattfinden. Dies ermöglicht einen frühzeitigen projektübergreifenden Austausch zwischen Forschungsstellen und Industrievertretern. Hinzu kommt die halbjährliche Berichterstattung der einzelnen Forschungsstellen vor den jeweiligen Arbeitskreisen der betreuenden Mitgliedsvereinigungen, DVS, FOSTA und GfaI. Weitere Arbeitskreise, in denen die Vorhabensergebnisse vorgestellt und diskutiert werden, sind u. a. der FKM-Fachkreis „Bauteilfestigkeit“ sowie die einschlägigen Anwendergruppen im Ausschuss für Technik.

Direkte Verwendung der Ergebnisse, Softwarewerkzeuge

Die im Rahmen des Clusters erarbeiteten Methoden werden exemplarisch in verschiedene Programmpakete integriert. Dies wird ausführlich dokumentiert werden, so dass eine Unsetzung in andere Softwareprodukte leicht erfolgen kann. Insbesondere für kleinere Ingenieur­büros sind leistungsfähige Software-Tools neben der Dokumentation in Form einer Richtlinie von großer Be­deu­tung, um auch den Ingenieuren, die nicht täglich eine Schweißsimulation durchführen, eine effiziente Nutzung zu ermöglichen. Natürlich sind effektive Software-Tools auch für große Unternehmen mit eigenen Entwicklungsabteilungen von großem Nutzen.

In diesem Zusammenhang steht zu erwarten, dass die Softwarehäuser, die ebenfalls zu den kmU gehören und in den PBA vertreten sind, die Vorhabensergebnisse in effektive Soft­ware-Tools umsetzen. Aufgrund der Anwendung der Vorhabensergebnisse für verschiedene Werkstoffe und Schweißverfahren sind diese Werkzeuge für eine große Palette von Anwendungsmöglichkeiten qualifiziert und sollten damit die Anforderungen der Praxis erfüllen.

Tagungen und Kongresse

Des Weiteren erfolgt der Ergebnistransfer über Tagungen, Kongresse und Fortbildungsveranstaltungen. Eine wichtige Rolle spielen dabei die Fachtagungen der einzelnen Branchen, in denen die Ergebnisse einem breiten Publikum vorgestellt werden. Außerdem sind die jährlichen Veranstaltungen der Softwarehäuser (z.B. CAFDFEM Users Meeting, EuroPAM, SYSWELD Forum) zu nennen, bei denen zum Thema Schweißsimulation in der Regel spezielle Sitzungen stattfinden, in denen potenzielle Anwender die neusten Entwicklungen und konkrete Anwendungsbeispiele zur numerischen Schweißsimulation erfahren können.

Technische Richtlinien

Neben der exemplarischen Umsetzung in verschiedene Softwarepakete und der Ergebnispräsentation auf Tagungen und Kongressen sollen Empfehlungen zur praktischen Anwendung der Schweißsimulation erarbeitet und in einer spezifischen Richtlinie zusammengefasst werden. Damit werden dem Anwender Hilfestellungen bezüglich Anwendbarkeit, Vorgehensweise und den erzielbaren Aussagegenauigkeiten an die Hand gegeben. Darüber hinaus können die abgeleiteten Empfehlung auch in die entsprechenden Anleitungen der Softwareprogramme aufgenommen werden.

Auf der anderen Seite können die erarbeiteten Empfehlungen teilweise auch in bestehende Richtlinien zur Auslegung von Schweißverbindungen, z.B. die FKM-Richtlinie „Festigkeitsnachweis“ oder die DVS-Merkblätter integriert werden. Hier bieten sich insbesondere Ergebnisse zu schweißbedingten Eigenspannungszuständen und deren Auswirkungen auf die Bauteilfestigkeit an. In diesem Zusammenhang ist auch der Internationale Schweißverband IIW (International Institute of Welding) zu erwähnen. In der IIW-Kommission X „Strukturverhalten von Schweißverbindungen - Schadensvermeidung“ wird z. Zt. ein Round-Robin zur numerischen Schweißsimulation durchgeführt mit dem Ziel, die Qualität der von verschiedenen Institutionen erzielten rechnerischen Ergebnisse an Hand von gemessenen Eigenspannungen zu bewerten. Hier ist das Fraunhofer IWM als Forschungsinstitution aus dem Projekt­konsortium beteiligt und wird dort auch die Ergebnisse aus den geplanten Vorhaben einbringen.

Weitere Details zur branchenspezifischen Umsetzung geben die Einzelanträge.

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